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(1) Großer Erfolg für die deutsch-französische Sanskritforschung

Das Seminar gratuliert seiner Privatdozentin Dr. Annette Schmiedchen    für die Bewilligung ihres länderübergreifenden Projektantrages im Rahmen der ERC Synergy Grants 2018.

Emmanuel Francis   , Arlo Griffiths    und Annette Schmiedchen waren mit ihrem Projektantrag „DHARMA: The Domestication of Hindu Asceticism and the Religious Making of South and Southeast Asia“ erfolgreich. In drei regionalen Arbeitsgruppen – (A) Südindien (Francis), (B) Dekhan bis Arakan (Schmiedchen) und (C) Südostasien (Griffiths) - wollen sie Inschriften, Manuskripte und archäologische Funde untersuchen (https://erc.europa.eu/news/erc-2018-synergy-grants-results   ).

Der European Research Council (ERC) fördert mit den ERC Synergy Grants Forschergruppen um zwei bis vier sogenannte Principal Investigators mit Projekten, die zu substantiellen Fortschritten an den Grenzen des Wissens führen sollen. Im Rahmen des ERC-SyG-2018 werden europaweit 27 Projekte gefördert. Die maximale Fördersumme pro Projekt beträgt 10 Millionen Euro für eine Laufzeit von bis zu 6 Jahren. (24.10.2018)

(2) Indologisches Hörbuch der ältesten indischen Überlieferung (Rigveda)

Als indologisches Novum wurde an unserem Institut zum ersten Mal in der Geschichte des Faches ein Hörbuch    mit ausgewählten Hymnen des Rigveda in deutscher Übersetzung erarbeitet und von dem renommierten Schauspieler und Hörbuchsprecher Fritz Stavenhagen    eingesprochen. In gebundener Sprache verfaßt, liegen diese Hymnen dem Werk Homers gut tausend Jahre voraus. In der literarischen Gestalt seiner bronzezeitlichen Lyrik überliefert der Rigveda die älteste metrische Poesie der indogermanischen Sprachfamilie und dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit auch die älteste in dieser Form erhalten gebliebene Lyrik der Welt sein.Ihre Sprache ist das sogenannte Vedisch, ein archaisches Altindisch (Sanskrit), das sich sein hohes Alter mit anderen, längst ausgestorbenen indogermanischen Sprachen wie etwa dem Hethitischen, Altpersischen oder auch dem erheblich jüngeren Altgriechischen teilt. Mehrheitlich zur Verherrlichung von Göttern und göttlichen Mächten geschaffen und als eine Art psalmodierender Begleitung zu rituellen Handlungen herangezogen, enthält diese Sammlung jedoch auch einen beträchtlichen Anteil an hochpoetischer Lyrik, die keine vordergründig religiösen Zwecke erkennen läßt.Die hier eingesprochenen deutschen Übersetzungen entstammen der von einem Stellenkommentar begleiteten, im Druck befindlichen Ausgabe mit dem Titel:Wo unter schönbelaubtem Baume Yama mit den Göttern zecht. Zweisprachige Proben vedischer Lyrik. Von Walter Slaje. Marburg 2018 [Indologica Marpurgensia]. Stand: 1.9.2018

(3) DAAD-Student aus Indien (1.Oktober 2018 - 30. September 2019):

Wir begrüßen Herrn Dev Kumar Jhanjh (JNU New Delhi), der im Rahmen eines Sandwich-Promotionsprogramms während der kommenden 12 Monate bei uns über indische Geschichte forschen wird. Topic of research: Political Processes in the Central Himalayan Region: From Pre-State to State (c. First Century BCE to Twelfth Century CE. (1.10.2018)

(4) South Asia Research Documentation Services (SARDS)

In unserer Datenbank SARDS, die verschlagwortete und annotierte Literaturzitate bibliographisch unselbständiger Forschungsarbeiten aus Zeitschriften, Kongreßbänden, Festschriften und sonstigen Sammelschriften auf den Gebieten Indologie und Südasienwissenschaften erfaßt, wurde der bibliographische Eintrag Nummer 95.000 erstellt. Sie ist damit die umfänglichste online-Bibliographie indologischer Aufsätze weltweit. Stand: 18.10.2018

(5) Ausblick auf zwei bevorstehende Neuerscheinungen der Institutsreihe Studia Indologica Universitatis Halensis   

Zwei weitere Bände aus unserer Reihe stehen kurz vor dem Erscheinen:

Bd. 10: „Rigvedische Studien“ von Rainer Stuhrmann (Stuttgart)

Liederschatz eines frommen Hirtenvolkes, Poesie einer schlichten Naturreligion, Zeugnis einer lasterhaften städtischen Kultur, monotone Litaneien einer Priesterkaste: so lauten einige der bekanntesten Charakterisierungen des Rigveda. Er ist wohl von allem etwas, vor allem aber ist der Rigveda als historische Quelle zur Einwanderung der Indoarier in den Nordwesten Indiens nicht ausgeforscht.Viele Ungereimheiten lassen sich auflösen, wenn man bedenkt, daß die Indo-Arier in Indien keine terra incognita vorfanden. Denn sie sind dort nicht allmählich eingesickert, um dann bisweilen auf sich hinter Erdwällen und Holzpalisaden verschanzende einheimische Bauern zu treffen, sondern sie drangen als Eroberer über die mit Steinfesten gesicherten Gebirgspässe in den Punjab ein und unterwarfen dort eine hydraulische Zivilisation: die Induskultur in ihrer Spätphase. Dabei haben sie selbst innerhalb weniger Generationen einen rasanten kulturellen Wandel durchlaufen.Wir sehen die rigvedischen Dichter sich angesichts der neuen Welt verwundert die Augen reiben. Natürlich rühmen sie mit den ererbten Formeln weiterhin Götter und Helden, aber sie finden auch erotische Metaphern für die Morgenröten und eindrucksvolle Bilder für die neue Erscheinung der sich jäh auftürmenden Monsunwolken und die sich ständig umbauenden Flüsse des Indus-Systems. Dabei steht Soma für die Kavis im Zentrum ihres Schaffens. Es wird gezeigt, daß es sich beim Soma nicht um das Aufputschmittel Ephedra handelt, sondern um den Fliegenpilz – ein halluzinogenes Rauschmittel, dessen Wirkungen die Kavis beschreiben. In ihrer archaischen Sprache verarbeiten sie Halluzinationen wie Mikro- und Makroskopien zu einem poetischen Geflecht kosmologischer Entsprechungen.Der vorliegende Band enthält philologische Studien zur Einnahme von Städten der Induskultur und den Ereignissen der berühmten Zehnkönigsschlacht am Ravifluß sowie kulturgeschichtliche Beiträge zu Traumdeutung, Schiffahrt, Heilthermen und dem Rauschtrank Soma.

Bd 11: „The Charter of Viṣṇuṣeṇa” von Harald Wiese    und Sadananda Das    (beide U Leipzig)

The charter of king Viṣṇuṣeṇa is a Sanskrit inscription in Brāhmī script on two copper plates dated around 600 CE. Viṣṇuṣeṇa belonged to the Maitraka dynasty in Gujarat. Although the charter is not an endowment record, it shares many features with this kind of record. For example, Viṣṇuṣeṇa favours the merchants and informs future kings about the charter, he signs with his own hand, and he dates the document. The eternity clause is present as well as the pādānudhyāta and the pañcamahāśabda formulae.The charter’s main part consists of statutes for a community of merchants providing for their protection against escheat and threshold breaking, restricting confiscation and conscription, setting fines for violence against workers or animals, and regulating liquor production and bordercrossing fees, etc. In 1953–1954, Dines Chandra Sircar has provided a transliteration and detailed remarks approaching a translation. Building on this pathbreaking work and on that of some other authors, this booklet engages in an in-depth philological discussion of the statutes, many of which still prove difficult to understand.Among our findings, we like to highlight the following: The statutes can be grouped in a meaningful manner. Some Sanskrit words seem to be recorded in the charter for the first time: paṇaka and ādāna (“fee” or “tax”), dhreṅka (“lever for moving”), pāda (perhaps a hitherto unrecorded unit of volume), and others. Apparently, a royal official called rājagraha was responsible for the conscription of labourers and a prapāpūraka was a person responsible for the filling of a cistern. Surprisingly (for an epigraphic record), the popular anuṣṭubh metre shows up once. Finally, two points for the history of economic policy: frontier duties concern only outgoing goods, and taxes were based on potential income, rather than actual income.

Termine

Ausblick auf Gastvorträge 2019:

Für das Frühjahr 2019 sind ein Öffentlicher Vortrag sowie Spezialseminare von Prof. Dr. Michael Witzel    (U Harvard   ), dem Doyen der internationalen Veda-Forschung, geplant. Details folgen.

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