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Zur Abfassung von Seminar- und Forschungsarbeiten
Grundlagen
Die Anleitungen zur Abfassung von Seminararbeiten sind inzwischen ein
eigenes Genre geworden, in welchem bisweilen Empfehlungen gemacht
werden, die von wissenschaftlichen Zeitschriften wohl kaum akzeptiert
würden. Weder haben wissenschaftliche Aufsätze im Umfang von
10 Seiten ein Inhaltsverzeichnis, noch sind Vorgaben wie "Times Roman,
Rand nach allen Seiten 3cm, 2 zeiliger Abstand" mit europäischer
Typographie zu vereinbaren - hier stimmt weder Schrift, Satzspiegel,
noch Durchschuß.
Für im Institut für Indologie angefertigte Arbeiten gelten
grundsätzlich die formalen und mit Abstrichen inhaltlichen
Regeln, die man an Zeitschriftenaufsätze stellen würde, da
dies die beste Vorbereitung auf die spätere wissenschaftliche
Arbeit sein dürfte. Die erste Empfehlung ist daher,
verstärkt Beiträge in renommierten Fachzeitschriften, wie
etwa ZDMG, IIJ, JAOS, AS, kritisch zu lesen: Trägt der Artikel
Neues zu einem Fachgebiet bei? Wie lautet die wissenschaftliche
Fragestellung? Ist die Lösung überzeugend? Und am besten
mit anderen Studenten und Dozenten darüber sprechen.
Weitere Hilfen: Sehr lesenwert sind die "Hinweise"
von Ansgar Thiele (Romanistik Bonn), die
"Tipps" des Schreibzentrum der Bochumer Universität.
Rechtschreibung
Die Tatsache, daß in der Rechtschreibung einiges in Bewegung
geraten ist, birgt für wissenschaftliche Autoren die Gefahr,
daß ihre eigentlich für längere Zeiten konzipierten
Werke schon bald als Momentaufnahmen der derzeitigen Reformwirren
erscheinen könnten. Die sogenannte neue Rechtschreibung stellt,
ganz abgesehen von schweren methodischen Fehlern, insofern keinen
einheitlichen Standard dar als die amtlichen Regeln von den
Wörterbüchern (Duden, Bertelsmann etc.) unterschiedlich
umgesetzt werden - nach dem Fall des Duden-Monopols eine erhebliche
Quelle der Verwirrung. Insbesondere für Philologen muß
die autokratische Durchsetzung der Volksetymologie als
orthographisches Prinzip und die Vernichtung von
Differenzierungsmöglichkeiten ein Greuel sein. Man stelle sich
vor, die Übersetzung der sāyaṃ sandhyā als "allabendliche
Lustration" würde nach der neuen Rechtschreibung nun korrekt
getrennt als "alla‐bendliche Lust‐ration". Anstatt sich auf den
neuen Duden, Bertelsmann, oder gar die von Aldi oder Eduscho
vermarkteten, in rascher Folge modifizierten Wörterbücher zu
verlassen, oder wie viele Verlage eine Hausorthographie zu entwickeln,
empfehlen wir daher ICKLERs Normale deutsche
Rechtschreibung - oder auch die Benutzung einer älteren, von
der Reform noch unbeeinflußten Auflage des Duden.
Weiterführende Literatur
- Theodor Ickler: Die sogenannte Rechtschreibreform. St. Goar:
Leibnitz
Verlag 1997
- Theodor Ickler: Normal deutsche Rechtschreibung. Sinnvoll
schreiben,
trennen, Zeichen setzen. 4. erweiterte Auflage. St. Goar: Leibnitz
Verlag 2004
Schriftsatz
Nicht alle Regeln des Schriftsatzes lassen sich mit gängigen
Textverarbeitungsprogrammen ohne weiteres umsetzen, dennoch spricht
nichts dagegen, sich in der Orientierungsphase - wie etwa im Rahmen
der ersten Seminararbeit - gleich die tatsächlichen Regeln
anzueignen. Aber Vorsicht! Nicht allen Wissenschaftlern sind diese
Regeln bekannt; das war aber auch nicht nötig, da für ihre
Umsetzung bisher die Verlagslektoren, Setzer und Drucker
zuständig waren. Da diese Berufe mittlerweile jedoch häufig
in Personalunion vom Autor selbst ausgeübt werden müssen, ist
eine Fortbildung in diesen Bereichen nicht ganz unnütz.
Nachdrücklich zu empfehlen sind die folgenden Dokumente:
Zitierweise
Wir empfehlen die Zitierweise der Zeitschrift der Deutschen
Morgenländischen Gesellschaft (ZDMG).
Merkblatt zum Herunterladen
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