Im Rahmen des von der
DFG geförderten Forschungsprojektes „Indoskript“ wurde von
2000 bis 2005 an den indologischen Instituten der Freien Universität
Berlin (Projektleiter H. Falk) und der Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg (Projektleiter W. Slaje) eine interaktive Datenbank
erstellt, in der epigraphische und handschriftliche Zeugnisse des
südasiatischen Kulturraumes aus allen Jahrhunderten seit
Aufkommen der Schriftlichkeit (etwa im 3. Jh. v. Chr.) bis heute
aufgenommen wurden. Dabei wurden exemplarische Schrift- und
Zeichensätze aus den Dokumenten extrahiert, ihre jeweiligen
Lautwerte bzw. Hilfsfunktionen bestimmt und die so gewonnenen Daten
in einen gemeinsamen Datenpool eingespeist, um sie interaktiv
recherchierbar zu machen.
Wegen der Fülle
des vorhandenen Materials wurde bei der Auswahl der aufzunehmenden
Inschriften und Handschriften besonderes Augenmerk darauf gelegt,
sowohl zeitlich als auch räumlich ein möglichst dichtes
Raster von Beispielen anzulegen. Am Projektstandort Halle konnten in
diesem Rahmen 20 Wissenschaftler aus dem In- und Ausland für
eine Mitarbeit gewonnen werden. An der Beschaffung der Materialien
waren 11 Bibliotheken und Sammlungen aus Europa und Indien beteiligt.
In der nunmehr
vorliegenden Datenbank wurden die eingespeisten Daten diachron und
synchron, geographisch und dynastisch so vernetzt, daß
Einzelzeichen und ganze Schriftsätze aus allen Regionen und
Epochen der Schriftentwicklung Südasiens abgerufen und
verglichen werden können. Somit kann einerseits die Entwicklung
von Lokalschriften detailliert nachvollzogen werden, andererseits
bietet die Datenbank aber auch ein wichtiges Hilfsmittel bei der
sicheren Einordnung von Dokumenten, deren Datierung oder Herkunft
nicht bekannt sind.
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